Phantom I (USA)

Der Rolls-Royce Phantom I aus dem Zweigwerk im amerikanischen Springfield hatte sein Debut erst etwa ein Jahr später als die Vorstellung des New Phantom im englischen Derby. Es war vorgesehen, auch das neue Modell aus amerikanischer Fertigung nur mit Hinterradbremsen ausgestattet auf den Markt zu bringen, jedoch stieß diese Idee auf Widerstand und wurde aufgegeben (derart ausgelieferte Wagen wurden z.T. im Werk nachgerüstet).

Bezüglich ihrer Blechkleider zeichneten sich die Springfield Phantoms sehr oft dadurch aus, dass sie nicht nur eleganter proportioniert, sondern auch im direkten Vergleich mit den englischen Gegenstücken in praktischer Hinsicht überlegen ausgeführt waren.

Zu einem gewissen Grade mag dies dadurch beeinflusst worden sein, dass Rolls-Royce of America einen der führenden amerikanischen Karossiers, Brewster in New York, aufgekauft hatte.

Eine gewisse Unabhängigkeit bezüglich technischer Entwicklung, die bereits bei späteren Rolls-Royce Silver Ghost zu beobachten gewesen war, setzte sich fort - der Phantom I aus der Produktion in den U.S.A. unterschied sich von Anfang an in wichtigen Details von den englischen Modellen.

 

Technische Daten:
6 Zylinder in Reihe; 2 Zylinderblöcke mit je 3 Zylindern, Bohrung x Hub 108 x 139,7 mm, Hubraum 7.672 ccm; abnehmbarer, einteiliger Stahlguß-Zylinderkopf (ab 1928 Leichtmetall-Zylinderkopf), obenliegende Ventile stoßstangengesteuert; Leichtmetall-Kurbelgehäuse; zwei Delco-Zündspulen; Einscheiben-Trockenkupplung; 3-Gang-Getriebe mit Mittelschalthebel; Kardanantrieb; Halbelliptikfedern vorn, Cantilever-Federung hinten, Reibungsstoßdämpfer rundum (ab 1927 Hydraulikstoßdämpfer vorn, ab 1928 Hydraulikstoßdämpfer hinten); Fuß- und Handbremse auf Hinterräder wirkend (ab 1927 4-Rad-Bremsanlage mit Bremsservo); Radstand 3.644,9 mm oder 3.721,1 mm; Reifen vorn und hinten 33 x 6,75 (ab 1928 Reifen 7.00 x 20)

 

Produktionszahlen
1243 Rolls-Royce Phantom I (USA)

 

von Jan Wessels in Kooperation mit Klaus-Josef Rossfeldt (www.rrab.com)